Ist lesen heute noch eine beliebte Freizeitbeschäftigung?

(Buch) Rezension zu "Ildathach - Jenseits des Vergessens" von Amanda Koch

 Bewegend, doch keine Lesekost für zwischendurch!

Mit 14 Jahren erlebt Étaín etwas Magisches, das sie und ihr Leben stark verändert: Durch die Berührung mit einem seltsamen Wesen setzt sich eine eisige Kälte tief in ihr fest, von der sie sich nicht befreien kann, die sie lähmt. Drei Jahre später stirbt ihre Mutter Ceana auf mysteriöse Weise und hinterlässt dem Mädchen einen Berg voller Rätsel. Ihr Vater ist vehement gegen die Stöberei in Étaíns und Ceanas Vergangenheit, doch das junge Mädchen will Antworten. Sie selbst besitzt eine ganz besondere Gabe und eine geheimnisvolle Verbindung, die weit über ihre Vorstellungskraft hinaus geht. Wird sie die Antworten auf Fragen finden, die sich ihr stellen und sich von der Kälte in sich selbst befreien können?



Dieses Buch besitzt eine ganz eigene, beinahe ebenfalls magische Aura. Zunächst einmal hat es äußerlich eine sehr ansprechende, detaillierte Aufmachung und ein wunderschönes Cover. Ich mochte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Aufgeschlagen ist es ebenfalls ein wahrer Augenschmaus, die Gestaltung mit verschiedenen Schriftarten und kleinen Verzierungen harmoniert sehr gut mit dem Inhalt. Die Zitate am Ende des Buches wurden sorgsam gewählt, sie geben dem Ganzen einen runden Abschluss.

Für die Geschichte selbst muss man sich wirklich viel Zeit nehmen und in aller Ruhe lesen, denn es dauert eine ganze Weile, bis sich einem der Zugang zum Buch erschließt. Erst dann kann man in die Geschehnisse und Charaktere versinken, mit ihnen fühlen und leiden. Auch tauchen immer wieder Stellen auf, die mehrmals gelesen werden müssen, um den Sinn dahinter richtig erfassen und begreifen zu können. So handelt es sich hier definitiv um keine reine Unterhaltungsliteratur, sondern einen anspruchsvollen Roman aus der Kategorie der phantastischen Literatur, wobei für mich neben der Mystik und den Gedanken zu Religionen häufig ein Hauch von Philosophie mitschwang. Zudem regt die Geschichte sehr oft zum Nachdenken über das Leben und sich selbst an, darauf sollte man sich meiner Meinung nach einstellen und dies vor allem auch zulassen!

Einige der Kapitel sind sehr lang, andere hingegen recht kurz. Sie besitzen gut gewählte Überschriften, ohne dabei zu viel vorweg zu nehmen. Man merkt dem Buch an, dass es mit viel Liebe und Sorgfalt geschrieben wurde, der Schreibstil spielt dabei ebenso eine Rolle wie der Inhalt selbst. Ein annähernd vergleichbares Buch habe ich bislang nicht gelesen, sodass ich hiervon restlos begeistert bin.

Absolut empfehlenswert für Leser, die es sehr anspruchsvoll, nachdenklich, gleichzeitig aber genauso mystisch wie rätselhaft mögen.

Meine Rezension vom 23.09.2017 (Scarjea)
Weitere Infos zum Buch, Autor und Quelle: LovelyBooks
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Kommentare

  1. Deine Worte zu lesen, berührt mich sehr, sie sind sorgsam gewählt und lassen mich spüren, dass du dich der Geschichte öffnen konntest. Das bedeutet mir sehr viel ... und macht mir Mut weiter anspruchsvolle Geschichten zu schreiben :) Ich glaube, dass wir glücklicher leben, achtsamer mit Dingen umgehen, wenn das Leben an Bewusstheit für uns zunimmt. Das möchte ich gern mit der Geschichte sagen - denn es gibt einen Grund warum wir geboren werden und leben, warum wir gerade jene Menschen treffen und was sie uns lehren. Manche Ereignisse kann man nicht ändern. Aber man kann lernen sie zu akzeptieren ohne das Vertrauen ins Leben zu verlieren.

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