Bücher zu Weihnachten: Verschenken, schenken lassen?

Gelungene Leserunde bei LovelyBooks? (M)eine Meinung, Tipps und Anregungen für Autoren (aus Lesersicht)

Es ist wahrlich etwas ganz Besonderes, wenn das eigene Buch einer breiteren Leserschaft präsentiert und mit den Lesern darüber diskutiert werden kann. Dafür eignet sich meiner Meinung nach die Seite LovelyBooks sehr gut. Mir gefällt, wie Autor und Leser dort in Kontakt kommen können. Ich selbst bin seit über einem Jahr aktiv auf der Seite unterwegs, zugegeben aber als Leserin. Während dieser Zeit war mir die Glücksfee so einige Male hold. So konnte ich bereits viele kleinere sowie größere Literaturperlen lesen und anschließend rezensieren.
Inzwischen habe ich aber schon öfters von Autoren gelesen, dass deren Leserunden schlecht anlaufen, wenig oder gar keine Teilnahme durch die Leser zu verzeichnen ist oder es insgesamt im Vorlauf schon kaum Bewerber für ihre Bücher gibt. Das ist natürlich für den Autor sehr enttäuschend.

Man kann an dieses Thema von zwei Seiten heran gehen, sich Tipps von anderen Autoren holen. Ich möchte es hier einmal umdrehen und meine persönliche Meinung, ein paar Tipps und Anregungen aus Sicht einer Leserin an Autorinnen und Autoren weiter geben, die planen, bei LovelyBooks zu präsentieren oder etwas an ihrer Präsentation zu verbessern. Dabei will ich gern zeigen, was eine Leserunde für Menschen wie mich (kleine Literaturliebhaberin) interessant macht. Ich lese gern, bin dabei für verschiedene Genres offen und lasse mich auf Neues ein.

Ist es nicht letztlich auch der Leser, der das eigene Buch beurteilt, im schlimmsten Fall gar verurteilt?

Was macht die Runde also für den Leser ansprechend? 

Die Bewerbungsseite
Zunächst beginnt alles bei der Bewerbungsseite. Diese sollte für mich genügend Informationen enthalten, die mich neugierig machen. Beispiele: Wer steckt hinter der Geschichte? Warum und/oder mit welchem Hintergrund entstand sie? Zu welchem Genre kann man sie zuordnen? Gut finde ich auch interessante (aber kurze!) Zitate aus dem Buch als Einstiegssatz. Dann sollte etwas über den Inhalt beschrieben sein, viele nehmen an dieser Stelle den Klappentext. Und was ich persönlich auch sehr wichtig finde, sind die Bewerbungsfragen. Sie sollten zum Thema des Buches passen, 1-2 Fragen reichen aus, da manchmal die Antworten sehr lang sein können. Ich bewerbe mich ungern auf Bücher ohne Fragen, da ich Sätze wie "Klingt interessant, darum bewerbe ich mich!" nicht so sonderlich originell finde. Sie geben dem Autor keinen Input und fordern mich als potentiellen Leser nicht. Ich halte also eine ausführlicher beschriebene Bewerbungsseite für besser, da weiß der potentielle Leser eher, worauf er sich einlässt, wenn er sich bewirbt und es kommt seltener zu falschen Erwartungen. Was mir ebenfalls gefällt, ist die persönliche Einladung eines Autors per PN, wenn ich zuvor schon bei einer Leserunde dabei war, er ein neues Buch heraus gebracht hat und mich als Leser gern wieder dazu einladen möchte. Ein ganz feiner Zug!

Das Buch
Bei mir ist es weiterhin so, dass ich mich zumeist eher auf Runden bewerbe, wenn mehr Bücher angeboten werden, so ab ca. 10 oder 15 Stück. Ich hatte aber auch schon ganz, ganz viel Glück und habe bei einer Runde von nur 5 Büchern eines bekommen. Klar kommt das nicht allzu häufig vor. Eine Bewerbung auf Runden mit mehr angebotenen Büchern beruhigt das Gewissen, eine vermeintlich höhere Chance auf ein Buch zu haben hingegen ungemein 😉 
Am besten gefallen mir bei Leserunden und Verlosungen die Bücher als Prints oder Prints und Ebooks, oder aber als Ebooks mit anschließender Verlosung von ein paar Prints. Ich habe festgestellt, dass wenn noch eine zusätzliche Verlosung innerhalb bzw. direkt nach der Leserunde stattfindet (z. B. unter den ersten 10 Rezensenten oder nach Veröffentlichung der Rezension auf 3 verschiedenen Plattformen), mehr Rezensionen geschrieben werden und die Leute aktiver reagieren, mich eingeschlossen. Außerdem macht sich ein echtes Buch in der eigenen Sammlung einfach besser, besonders, wenn es richtig gut ist!

Die Auslosung der Gewinner
Soweit ich weiß ist die Auslosung der Gewinner entweder per Zufall oder aber manuell möglich. Beides ist für mich in Ordnung. Bei einer meiner letzten Leserunden hat die Autorin zusätzlich zum Zufall selbst einige Leser ausgewählt und ihnen ebenfalls ein Buch geschickt, weil ihr bestimmte Bewerbungskommentare besonders gut gefallen haben. Auch eine sehr sympathische Möglichkeit, weitere Leser zu begeistern und miteinzubeziehen.

Freud und Leid über Gewinn und Nichtgewinn liegen manchmal nah beieinander...

Die Leserunde
Kleine Runden mit der Vergabe von weniger Büchern gestalten sich durchaus etwas familiärer, bei größeren gibt's hingegen viel mehr Kommentare. Aber bei kleinen Runden hat man auch mehr „Druck“, da der Autor ja gern wissen möchte, was man denkt. Bei größeren Runden ist der Nachteil, dass eigene Kommentare oft untergehen, man aber weniger schnell lesen muss. Hier sollte der Autor schon im Voraus gut überlegen, was er erreichen möchte: Viele Kommentare oder aber stärkeren Kontakt zu weniger Lesern, der möglicherweise über die Leserunde hinaus länger anhält. Auch spricht es mich sehr an, wenn der Autor oder die Autorin selbst aktiv an der Leserunde teilnimmt, auf Kommentare eingeht, sie beantwortet und nicht zwingend zu jedem einzelnen Kapitel etwas geschrieben werden muss, sondern lieber, sagen wir mal, zu immer 3 Kapiteln oder Sinnabschnitten. Es verdirbt mir einfach den Spaß, wenn ich nach jedem Kapitel aufhören muss zu lesen, um erst mal einen Kommentar zu hinterlassen.
Die Rubrik „Frage an den Autor“ verwende ich persönlich eher selten, aber wenn, bekam ich immer recht rasch eine Antwort. Dass hier und da Kritik am Inhalt geübt oder etwas nicht verstanden wird gehört dazu, ist auch gewollt. Manchmal braucht es da ein "dickes Fell", aber böswillig habe ich es selbst noch nicht erlebt.


Die Zeit
Auch der Faktor Zeit sollte sowohl in der Vorbereitung, als auch der laufenden Leserunde berücksichtigt werden. Es kann und wird vermutlich etwas dauern, bis alle Leser mit dem Buch begonnen haben. Mögliche Ursachen dafür sind verspäteter Erhalt des Buches, noch laufende vorige Leserunden oder auch persönliche Gründe. Viele Leser sind so fair und melden sich, sollte es etwas dauern mit dem Lesebeginn. Leider, so habe ich gelesen, soll es auch ein paar schwarze Schafe geben, die zwar das Buch einkassieren, aber sich anschließend nie wieder melden. Ich schätze, auf so etwas sollte man ebenfalls gefasst sein und es nicht allzu persönlich nehmen. Dennoch sind meinen Beobachtungen zufolge die meisten Leser aktiv und mit Freude dabei. Wer mag schon gern noch mehr Exemplare auf seinem zumeist eh schon größerem SuB (= Stapel ungelesener Bücher)? 😉
Zusätzlich ist das Lesetempo der Gewinner doch recht unterschiedlich, auch, wieviel Zeit jeder Person täglich zur Verfügung steht. Ich weiß von mir selbst, dass ich manchen Tag überhaupt nicht zum Lesen komme oder zugegeben, manchen Tag nicht die Muße dazu habe. Was ich zudem festgestellt habe, ist, dass ich bei sehr anspruchsvollen Büchern viel mehr Lesezeit benötige, als für reine Unterhaltungsliteratur. Es kommt also nicht nur auf die Anzahl der Seiten, sondern auch etwas auf die Art des Buches an. Daher lieber etwas mehr Zeit einplanen als zu wenig, mindestens 2-3 Wochen für die Runde selbst, dazu die Vorbereitungs- und Bewerbezeit. Leserunden enden nicht automatisch, man kann auch später, wenn die Teilnehmer das Buch beendet haben, noch Antworten verfassen.

Die Rezension
Rezensionen werden nach Abschluss des Buches geschrieben und an die passende Stelle der Leserunde verlinkt, meistens die Kategorie "Rezensionen". Bis auf eine einzige Ausnahme (Abbruch des Buches) habe ich zu jedem Buch eine Rezension geschrieben, wo dies Pflicht war und ausdrücklich zur Bewerbung dazu gehörte. Bei Buchverlosungen hole ich das Rezensieren nach, so wie ich Zeit habe. Übrigens werden meine Rezensionen immer auf LovelyBooks, meinem Blog hier sowie auf Amazon veröffentlicht, manchmal auch auf Weltbild oder ähnlichen Seiten und auf verschiedenen anderen Plattformen geteilt. Manchen Autor interessiert gleich vor Beginn der Runde, wohin die Meinung des Lesers schließlich getragen wird. Darüber kann schon eine gewisse Weite erzielt werden.

Meine Meinung
Es sollte vom Autor definitiv einiges an Zeit für Vorarbeit und gute Betreuung einer Leserunde investiert werden, dann kann es ein gelungenes Erlebnis für beide Seiten werden. Es zahlt sich in Form der Beschäftigung mit dem Inhalt durch den Leser, vieler Kommentare, Ideen, Anregungen und eben auch Rezensionen sowie deren Verbreitung aus. Manchmal mündet es sogar in neuen Kontakten über die Runde hinaus. Ich als Leser fühle mich nach einer gut betreuten Leserunde ebenso wertgeschätzt vom Autor und es hinterlässt bei mir einfach angenehme Erinnerungen. Auch habe ich bei LovelyBook bislang noch nie einen unfreundlichen Autor erlebt, was ich echt super finde.

Wie bereits eingangs angesprochen habe ich schon einige Male gelesen, dass es bei einigen Autoren zu wenige Bewerber gibt. Meistens ist die große „Buchschlacht“ wirklich erst am letzten Tag in vollem Gange. Erst dann steht das Werk weit genug vorn in der Liste aktueller Buchverlosungen und Leserunden, dass Leser von selbst darauf aufmerksam werden. Eine persönliche Möglichkeit zur Lesergewinnung gibt es aber auch, dafür wird allerdings noch mehr Zeit benötigt: Einige Autoren schreiben inzwischen potentielle Leser freundlich per PN bei LovelyBooks an, laden sie zur Leserunde ein und schicken etwas zum Inhalt und den Link dorthin gleich mit.
Um für mich allein zu sprechen, ich suche mehrmals im Monat nach Leserunden und Buchverlosungen, die noch nicht viele oder fast keine Bewerber haben. Die müssen nicht unbedingt sofort und gleich enden, geschweige denn Autor oder Titel sonderlich bekannt sein. Mich muss dabei einfach der vorgestellte Inhalt auf der Bewerbungsseite ansprechen, dann bin ich für vieles offen. Ich habe z. B. noch nie Krimis gelesen und in diesem Sommer einen gewonnen, der mir dann sogar gut gefallen hat. Einfach ein bisschen Flexibilität und Neugier mitbringen, denn man lernt eben auch nie aus! 😊

Soviel also erst einmal zu meinen eigenen Erfahrungen. Vielleicht hilft es dem ein oder anderen weiter, ich würde mich freuen! Mich findet man auf der Seite hier: Scarjea

Noch weitere Ideen?
Lass sie mir doch einfach da 😊
Danke!

Kommentare

  1. Ein sehr hilfreicher Artikel für uns Autoren! Dankeschön :-)

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